Nasenneben­höhlenentzündung

Was sind die Nasennebenhöhlen?

Die Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) liegen paarig in unterschiedlichen Knochen des Schädels und stehen alle in Kontakt mit der Nasenhöhle. Insgesamt gibt es auf jeder Schädelseite vier Nasennebenhöhlen, die im Stirnbein (Sinus frontalis oder Stirnhöhle), im Oberkieferknochen (Sinus maxillaris oder Kieferhöhle), im Keilbein (Sinus sphenoidalis oder Keilbeinhöhle) sowie im Siebbein (Cellulae ethmoidales oder Siebbeinzellen) angelegt sind. Die Schleimhäute der Nebenhöhlen produzieren wie die Schleimhaut der Nase ein flüssiges Sekret, um Schadstoffe, Schmutzpartikel und Bakterien nach draußen zu transportieren. Damit das Sekret abfließen kann, sind alle Nebenhöhlen mit der Nasenhaupthöhle verbunden.

Was ist eine Nasenneben­höhlenentzündung?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung wird in der ärztlichen Fachsprache als Sinusitis bezeichnet und geht meistens mit einer laufenden Nase einher, weshalb sich der Fachbegriff Rhinosinusitis ausgebildet hat. Es handelt sich dabei um eine entzündliche Veränderung der Schleimhäute einzelner oder mehrerer Nasennebenhöhlen. Sind alle Nasennebenhöhlen betroffen, so wird von einer Pansinusitis gesprochen. Bei einer Entzündung schwellen die Schleimhäute an und verlegen die Abflussmöglichkeit für die Sekrete der Nebenhöhlen.

Meistens geht die Entzündung von den Siebbeinzellen aus. Wenn die Schleimhaut dieser Nebenhöhle anschwillt, verlegt sie den Abfluss der anderen Nebenhöhlen und das Sekret staut sich. Bei Erwachsenen staut sich das Sekret vor allem in der Kieferhöhle. Die Nasennebenhöhlenentzündung befällt Erwachsene durchschnittlich zwei- bis fünfmal pro Jahr in ihrer akuten Form. Kinder sind mit sieben- bis zehnmal pro Jahr mehr als doppelt so oft betroffen. Allerdings staut sich das Sekret bei Kindern nicht unbedingt in den Kieferhöhlen wie bei Erwachsenen. Je nach Alter sind unterschiedliche Nebenhöhlen betroffen, was mit der Ausbildung und Belüftung dieser Hohlräume in den Schädelknochen zu tun hat. Im Säuglingsalter sind nur die Siebbeinzellen belüftet und darum betroffen. Ab dem dritten Lebensjahr ist am häufigsten die Kieferhöhle entzündet, wohingegen ab dem achten Lebensjahr vor allem die Stirnhöhle betroffen ist.

In der Regel heilt eine Sinusitis oder Rhinosinusitis genau wie eine Erkältung von selbst wieder spontan ab. Sie kann akut oder chronisch verlaufen. Wenn innerhalb von zwölf Monaten mindestens viermal eine Nasennebenhöhlenentzündung auftritt, die zwischendurch immer wieder vollständig abklingt, spricht man von einer rezidivierenden (bedeutet: wiederkehrenden) akuten Rhinosinusitis.